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Mittwoch, 4. Januar 2012

Souvenirs aus Mönchengladbach

Eher beiläufig habe ich diese Pressemitteilung der Stadt Mönchengladbach gelesen:

Die Stadt Mönchengladbach ist ab morgen (3. Januar) in einem Online-Souvenir-Shop vertreten. Auf der Homepage der Stadt unter www.moenchengladbach.de können Souvenir-Jäger den virtuellen Geschäftsraum "betreten" und aus einer Reihe von Produkten und Motiven ihren Lieblingsartikel nach individuellem Geschmack zusammenstellen und bestellen. Möglich macht dies jetzt die Marketing Gesellschaft der Stadt (MGMG) in Kooperation mit der auf Souvenirs spezialisierten Firma Merkando. Die Produktpalette, aus der im Internet ausgewählt werden kann, reicht dabei vom Kinderteller und Kinderlätzchen über Textilien wie Baby-Body und T-Shirt für alle Altersklassen bis zum Kuschelkissen mit dem Jugendstil-Wasserturm oder dem Gladbacher Münster als Motiv.
Na ja, die Idee ist nicht gerade neu und ein kurzer Ausflug auf den Shop reißt einen auch nicht gerade vom Hocker. Die angebotenen Artikel findet man in jedem Online-Shop und die Motive sind auch nicht gerade originell. Da ist selbst der Jahreskalender der Stadtsparkasse Mönchengladbach ein kreatives Meisterstück.

Diese Tasse hier mit dem einfallsreichen Text kostet 11,99 Euro! Man kann nur hoffen, dass der Kämmerer der Stadt davon profitieren wird. Ansonsten kann man diese Tasse beispielsweise bei Vistaprint für 3,99 € mit einem eigenen Motiv bekommen.

Nachdenklicher macht ein Kommentar von Stefano Picco in seinem Blogbeitrag Kommunaler Aufreger:
Mönchengladbach hat sehr viele gute und engagierte Kreative, aus allen möglichen Bereichen, wieso werden diese so selten mit ins Boot genommen? Man möchte doch die Stadt vorantreiben und nicht untergehen lassen, das Potenzial ist da, nur die Verantwortlichen sehen es immer noch nicht oder wollen es nicht sehen …
Beispiele gäbe es genug. Auf Anhieb fallen mir zwei Möglichkeiten ein. Hier in Eicken gibt es das Radio Eicken, die jetzt eine CD mit ihren Aufnahmen aus 2011 gemacht haben. Paul Eßer hat bereits vor einiger Zeit ein Niederrhein-Quiz veröffentlicht. Und wo bleibt unsere Borussia? Die haben einen eigenen Fanshop, der viel interessanter und professioneller auftritt!

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Wacht Auf! Wenn nicht jetzt wann dann?


Bewegende Gedenkfeier für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt

Dem Aufruf des Mönchengladbacher Bündnisses „Aufstehen! Für Menschenrecht – Gegen Rechtsextremismus“ folgend fanden sich in der Citykirche etwa 150 Menschen am Dienstagabend zu einer bewegenden Gedenkfeier für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt in Deutschland ein.

Rechtsradikale Denkmuster, Alltagsrassismus und Chauvinismus fressen sich vom rechten Rand in die Mitte der Gesellschaft hinein und bieten von dort dem braunen Terror Nahrung. Gegen diese verhängnisvolle Entwicklung und gegen alle Versuche der Verharmlosung rechtsextremistischer Gewalt haben die Besucher der Gedenkstunde auch in unserer Stadt ein deutliches Zeichen gesetzt.

Ferdinand Hoeren, Sprecher des Bündnisses und Vorsitzender der Theo-Hespers-Stiftung, brachte seine Bestürzung darüber zu Ausdruck, dass seit 1990 in unserem Land 157 Menschen dem rechten Terror zum Opfer fielen und rief die Anwesenden zu einer Schweigeminute auf.

Foto: Andreas Jütten

Reinhold Schiffers, Bezirksvorsteher des Stadtbezirks Nord, betonte, dass die rechte Gewalt nicht eine Frage von wenigen Tätern sei, sondern dass wir alle uns nicht mit gesellschaftlichen Bedingungen wie etwa der hohen Jugendarbeitslosigkeit abfinden dürften, die den Nährboden für braunes Gedankengut bilden.

Besonders eindringlich waren die Worte von Propst Dr. Albert Damblon, der in Anlehnung an das bekannte Adventslied ausrief: „Wachet auf! Steht auf für die Menschenwürde aller! Wenn nicht jetzt wann dann? Und wenn nicht wir, wer dann?“

Denn, so zitierte Frau Petra Lambrich, Vertreterin der Christlich-Jüdischen Gesellschaft, Hanns Dieter Hüsch: „Nur wenn wir eins sind überall / dann gibt es keinen neuen Fall / von Auschwitz bis nach Buchenwald / und wer's nicht spürt, der merkt es bald. / Nur wenn wir in uns alle sehn, / besiegen wir das Phänomen. / Nur wenn wir alle in uns sind, fliegt keine Asche mehr im Wind.“

Auch Adnan Özden, Vorbeter der der Moschee Neusser Strasse, wünschte sich ein friedvolles und vor allem angstfreies Miteinander der Menschen in Deutschland. Pfarrer Dietrich Denker würdigte das Engagement des Bündnisses und warnte davor, die rechtsextreme Gewalt zu verharmlosen.

Willi Hütz begleitete diese Veranstaltung durch eindrucksvolle musikalische Beiträge.



Samstag, 3. Dezember 2011

Gedenkstunde für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt

Das Mönchengladbach Bündnis: „Aufstehen!
– Für Menschenwürde
– Gegen Rechtsextremismus“

ruft alle Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an einer
Gedenkstunde für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt
auf:

Montag, 19. Dezember 2011, um 18.00 Uhr,

in der City-Kirche, Alter Markt, Mönchengladbach



Als im Juli diesen Jahres ein rechtsextremer Gewalttäter in Norwegen ein Massaker angerichtet hatte, da empfanden wir nicht nur Mittrauer mit den 77 Mordopfern sondern tiefen Respekt vor der beeindruckenden Art und Weise, wie die Norweger auf die nationale Tragödie reagierten: Keine Äußerungen von Hass, gegenseitigen Schuldzuweisungen und gesellschaftlichem Unfrieden, dafür echtes Mitgefühl mit den Opfern, das Zusammenstehen der Einheimischen und zugewanderten Bevölkerung und entschiedenes Eintreten für die gemeinsamen Werte von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und friedlichem Zusammenleben.

Was wir in diesen Tagen in Deutschland erleben, ist von dieser Bürgergesinnung ein gut Stück entfernt. Zwar hat der Deutsche Bundestag am 22. November 2011 über alle Parteigrenzen hinweg ein eindrucksvolles Zeichen gegen den Rechtsextremismus gesetzt. Sein Präsident Norbert Lammert, gab im Namen aller Abgeordneten der „Beschämung“ Ausdruck, „dass die Sicherheitsbehörden der Länder wie des Bundes die über die Jahre hinweg geplanten und ausgeführten Verbrechen weder rechtzeitig aufdecken noch verhindern konnten“, und entschuldigte sich bei den Hinterbliebenen der Mordopfer in aller Form dafür, dass sie selbst vorschnellen Verdächtigungen ausgesetzt wurden.
Aber so lange solche hoffnungsvollen Zeichen der Solidarität mit den vom Naziterror betroffenen Menschen nicht auch vom Bewusstsein einer breiten Bevölkerungsmehrheit getragen sind, laufen sie Gefahr in bloßer Deklamation zu verharren. Da helfen auch „Entschädigungszahlungen“ allein für die Folgen rechter Gewalt nicht weiter.

Als zu Beginn der 90 Jahre die Hatz auf Ausländer zunahm und neben den Häusern ausländischer Mitbürger auch wieder Synagogen brannten, regte sich in unserem Land das, was man den „Aufstand der Anständigen“ nannte. Da formierten sich überall in Deutschland Lichterketten und spontane Protestaktionen, die den rechten Verbrechen die Stirn boten. Das war auch die Zeit, als sich Mönchengladbacher Bürger und zivilgesellschaftliche Gruppen zum „Mönchengladbacher Bündnis: „Aufstehen! – Für Menschenwürde – Gegen Rechtsextremismus“ zusammenschlossen. Angesicht der braunen Terrorszene, die sich seit der gleichen Zeit im Untergrund zusammenbraute, die deutschen Sicherheitsorgane narrte und über zwei Jahrzehnten hinweg eine erschreckende Blutspur mit bisher bekannten rund 150 Toten quer durch unser Land zogen, scheint es uns an der Zeit, an die gemeinsam Erklärung der Bündnismitglieder vom Oktober 2000 zu erinnern. Dort heiße unter anderem:
„Wir sprechen alle Menschen guten Willens an, mit uns aufzustehen, um ein demokratisches Bewusstsein vom Miteinander zu schaffen. (…) die Täter müssen durch soziale Nachteile erfahren, dass Gewaltanwendung, und Extremismus keinen Platz in unsere Gesellschaft haben. Alle Menschen sind aufgerufen, sich für soziale Gerechtigkeit in allen Generationen sowie für die Achtung der Menschenrechte aller einzusetzen.“
Der „Aufstand der Anständigen“ darf nicht zum „Anstand der Zuständigen“ (Franz Walter Steinmeier) zusammenschrumpfen.
An uns, den Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, liegt es zu verhindern, dass sich rechtsradikale Denkmuster, Alltagsrassismus und Chauvinismus vom rechten Rand in die Mitte der Gesellschaft hineinfressen und von dort dem braunen Terror Nahrung bieten. Gegen diese verhängnisvolle Entwicklung und gegen alle Versuche der Verharmlosung rechtsextremistischer Gewalt wollen wir auch in unserer Stadt ein deutliches Zeichen setzen und in einer Gedenkstunde am Montag, 19.11.2011, um 18.00 Uhr in der City-Kirche am Alten Markt unserer Trauer über die Opfer des menschenverachtenden Naziterrors Ausdruck geben.
Unseren ausländischen Mitbürginnen und Mitbürger aber rufen wir zu: Reiht Euch ein in die gemeinsame „Lichterkette“! Auf Euch kommt es an, ob weiterhin Toleranz Mitmenschlichkeit und gesellschaftlicher Friede oder Ausgrenzung und Hass das Zusammenleben in unserem Land und unserer Stadt bestimmen.

Der Aufruf kann hier auch als PDF angezeigt werden.

Freitag, 4. November 2011

"Das Geheimnis der Versöhnung ist Erinnerung"

Ein Terminhinweis zu der rollenden Ausstellung "Zug der Erinnerung", die im März auch in Mönchengladbach zu sehen war. Hierzu die Pressemitteilung der Stadt Mönchengladbach zu der Veranstaltung am kommenden Montag, den 7. November im Gymnasium Odenkirchen:

[pmg.] Erstmalig zeigt Michaela Pfeiffer, mehrfach ausgezeichnete Amateurfilmerin und Mitglied des Mönchengladbacher Filmklubs "Objektiv", die von ihr erstellte Dokumentation zum "Zug der Erinnerung" öffentlich vor heimischem Publikum. Im März hat dieser Ausstellungszug in Mönchengladbach Station gemacht und eindrucksvoll an zur Nazizeit deportierte Kinder und Jugendliche erinnert. Rund 3.500 Besucher, darunter viele Schüler, haben die durch Europa rollende Ausstellung im Hauptbahnhof besucht. Die Federführung für den dreitägigen Halt des Zuges - unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Norbert Bude - lag beim hiesigen Büro der Regionaldekane im Bistum Aachen und der Stadt Mönchengladbach.

Der Film, der am kommenden Samstag beim Rheinischen Landes-Filmfestival seine Premiere hat, spiegelt Begegnungen mit Zeitzeugen, Organisatoren, Besuchern der Ausstellung sowie Schulklassen, die auf eigene Spurensuche gegangen sind, um den namenlosen Schicksalen aus Mönchengladbach eine Geschichte, ein Gesicht und damit ihre Würde wieder zu geben. Gezeigt wird der Film im Rahmen der Veranstaltung "Das Geheimnis der Versöhnung ist Erinnerung" in der Aula des Gymnasiums Odenkirchen an der Mülgaustraße 43 am Montag, 7. November 2011, 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Ein weiterer Schwerpunkt an diesem Abend ist die Begegnung mit Marion Öztürk, die an das Schicksal ihres Vaters Manfred Leven erinnert. Manfred Leven - der spätere zweite Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde - wurde 1930 in Odenkirchen geboren und im Alter von neun Jahren auf dem Weg zur Schule verhaftet. Später kam er nach Auschwitz. Er überlebte den Holocaust nur knapp und starb im Jahr 2000.

Das genaue Programm:
  • Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums singen das jiddische Lied "Dos kelbl"
  • Lesung mit Marion Öztürk
  • Gebet "El malej rachamim" mit Leah Floh, Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde
  • Schülerinnen und Schüler: "Osse schalom"
  • Filmpräsentation "Zug der Erinnerung"
  • Ausstellung von Schülern zu Manfred Leven und zum Ehepaar Selma und Felix Horn, die nach Theresienstadt deportiert wurden, wo sie 1943 starben
"Wir freuen uns sehr über diese Veranstaltung, die wenige Tage vor der Gedenkfeier zur Pogromnacht 1938 (9. November) und der Verlegung weiterer Stolpersteine (12. November) stattfindet. Unsere Schüler haben die Patenschaft für die Stolpersteine Selma und Felix Horn übernommen", betont Peter Hörchens. Lehrer am Gymnasium Odenkirchen. "Und sie sind auch aktiv auf Spurensuche beim 'Zug der Erinnerung' gegangen. Ihre Ausarbeitungen zu Manfred Leven wurden als Exponate in den Waggons ausgestellt", ergänzt sein Kollege Gerd W. Hochscherf. Ihm und seinen Schülern begegnet man im Film von Michaela Pfeiffer wieder.

Gleich dazu ein weiterer Terminhinweis für den Mittwoch:

Am Mittwoch, 9. November, findet ab 18.30 Uhr am Mahnmal zur Erinnerung an die Zerstörung der Rheydter Synagoge an der Wilhelm-Strater-Straße / Ecke Werner-Gilles-Straße eine Gedenkfeier statt. Oberbürgermeister Norbert Bude lädt alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Schulen ein, daran teilzunehmen. "Auch in Mönchengladbach gingen in der Pogromnacht Synagogen in Flammen auf oder wurden zerstört. Damit begann die Ausgrenzung, Deportation und Ermordung jüdischer Bürgerinnen und Bürger", erinnert Bude an den 9. November 1938.

Im Anschluss an die Gedenkfeier findet unter dem Thema "Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?" um 19.30 Uhr in der Christuskirche der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde, Oskar-Graemer-Straße 10, ein christlich-jüdischer Gottesdienst statt.

Samstag, 12. März 2011

Hardware, die immer funktioniert

Es ist wirklich erstaunlich, was es heutzutage an Hardware gibt. Einer der Errungenschaften biologisch-optischer Schnittstellen möchte ich hier vorstellen: Es gehört zu den Informationsträgern, die kabellos auskommen, keine Akkus oder Netzteile benötigen. Bisher ist es auch noch nicht vorgekommen, das diese Innovation abstürzt, neue Updates braucht oder neu gestartet werden muss. Auch die Bedienerfreundlichkeit zeigt keine Mängel - man kann es mit leichten Fingerbewegungen steuern. Darüberhinaus gehört es zu den Vorreitern im Bereich der grünen IT: 100% recycelbar! Die Datensicherheit ist enorm hoch - auch wenn häufig Backups gemacht werden (beispielsweise bei Dissertationen). Selbstredend, dass ein mobiler Einsatz zum Standard gehört.



Diese unglaubliche Erfindung habe ich bei der Stadtbibliothek Mönchengladbach gefunden.

Samstag, 5. März 2011

Vorpremiere des Veilchendienstagszugs

Der Höhepunkt des Mönchengladbacher Karnevals wird auch in diesem Jahr der Veilchendienstagszug sein. Immer dann, wenn sich der Karnevalstrubel in den Nachbargemeinden schon gelegt hat, geht es in Mönchengladbach noch einmal richtig los. Am 8. März, um 13.11 startet in diesem Jahr der Veilchendienstagszug und zieht Jecken aus nah und fern in die Vitusstadt. Mit fünf Kilometern Länge, rund 4000 Zugteilnehmern, 68 Festwagen, 41 Bagagewagen, 62 Fußgruppen, 28 Tanz und Funkengarden, vier Reitergruppen und vier Kutschen sowie 32 Musikkapellen, die die Jecken im die richtige Stimmung bringen, zählt der "VDZ" zu den größten Umzügen in der Bundesrepublik.

prisac hat dieses wichtige kulturelle Ereignis bereits vorab verarbeitet. In diesem Video werden die Themen die Mönchengladbach beschäftigen aus einer anderen Sicht gezeigt:



Und wer weitere Infos zum diesjährigen Karneval sucht, der findet bei der Rheinischen Post eine Seite, der Mönchengladbacher Karnevalsverband ist hier erreichbar und den Zugverlauf findet man - ebenfalls von prisac - im Eiltempo hier.
Das diesjährige Motto (auf hochdeutsch!) sprüht nicht gerade vor Kreativität und Einfallsreichtum. Hoffentlich wird der Zug besser. Fotos vom Standort Aretzplätzchen werden gemacht.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Eickener Friedensveranstaltung

Das Mönchengladbacher Bündnis „Aufstehen! – für Menschenwürde, gegen Rechtsextremismus“ wird am 21. Dezember auf dem Eickener Marktplatz eine vorweihnachtliche Friedensversammlung abhalten. Anlass dazu sind Versuche aus der rechtsextremen Szene, eine „Wintersonnenwende“ an selber Stelle abhalten zu wollen.

Die PDF-Einladung dazu habe ich auf meinem Server gelegt.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Zug der Erinnerung kommt im März nach Mönchengladbach

Vor einigen Wochen hatte ich es bereits über Twitter mitgeteilt; nun kam gestern auch die offizielle Pressemitteilung der Stadt Mönchengladbach zu der Ausstellung in historischen Eisenbahnwaggons, die an das Schicksal deportierter Kinder erinnert.

Der "Zug der Erinnerung" ist ein bundesweites Projekt deutscher Bürgerinitiativen, das an die Deportation und Ermordung speziell von Kindern und Jugendlichen in Konzentrationslagern während der NS-Zeit erinnert. Seit 2007 fährt der Zug, der in seinen Waggons eine Ausstellung unter anderem mit Opferbiographien, Fotos und Zeitdokumenten enthält, durch Deutschland und Polen, damit das Gedenken konkret und praktisch werden kann.

Vom 10. bis 12. März des kommenden Jahres wird der Zug, eine historische Dampflok mit mehreren Waggons, in denen die von pädagogischen Kräften betreute Ausstellung gezeigt wird, auch in Mönchengladbach Station machen, bevor er in der Region weitere Haltepunkte ansteuert. Oberbürgermeister Norbert Bude und Regionaldekan Ulrich Clancett, die sich für den Halt des Zugs in Mönchengladbach eingesetzt haben, freuen sich, dass bereits eine Reihe von Organisationen der Mönchengladbacher Allianz - Zug der Erinnerung beigetreten sind, um das Vorhaben zu stemmen. Dazu gehören neben der Stadt die Theo-Hespers-Stiftung, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, sowie Kirchen, Parteien und weitere Institutionen.

Organisiert wird das Projekt vom Büro der Regionaldekane für die Regionen Mönchengladbach und Heinsberg an der Bettrather Straße 22. Der Zug der Erinnerung, der an den drei Tagen täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet sein wird, soll insbesondere auch Schulklassen für praktischen Geschichtsunterricht zur Verfügung stehen. Auf der Internetseite www.zug-der-erinnerung-im-bistum-aachen.de können sich ab sofort Schulklassen und andere Gruppen für einen Besuch der Ausstellung anmelden. Ein wichtiger Aspekt ist die so genannte Spurensuche, bei der Schüler- und Jugendgruppen im Vorfeld zu diesem Thema recherchieren und ihre Ergebnisse später im Zug sowie in einer Ausstellung zeigen können.

Der "Zug der Erinnerung" besteht aus mehreren Waggons, in denen die Geschichte der europäischen Deportationen in beispielhaften Biografien nacherzählt wird. Ob aus Skandinavien oder aus Südgriechenland: Über Tausende Kilometer verschleppten die SS, das Reichsverkehrsministerium und die Deutsche Reichsbahn über eine Million Kinder und Jugendliche. Die Fotos der Opfer und ihre letzten Briefe, die sie aus den Reichsbahn-Waggons warfen, stehen für das Los der Millionen, die in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet wurden.

Kinder wie Helene Roeg, die am 1. April 1937 in Odenkirchen zur Welt kam und nur sechs Jahre alt wurde. Gemeinsam mit den Eltern und der älteren Schwester Selma Adele emigrierte das Mädchen 1938 von Mönchengladbach in die Niederlande, was sie jedoch nicht vor Verfolgung schützte. Beide Kinder wurden am 8. Juni 1943 in das deutsche Vernichtungslager Sobibór im Südosten von Polen verschleppt und dort zusammen mit ihrer Mutter drei Tage später ermordet. Der Vater der Mädchen, den man nach seiner Verhaftung im März 1943 in das KZ Auschwitz deportiert hatte, wurde dort im Januar 1945 von russischen Soldaten befreit.


Die Theo-Hespers-Stiftung e.V. wird hierzu auch eine Veranstaltung vorbereiten, die ich natürlich rechtzeitig über die "einschlägigen" Wege mitteilen werde. Eine gute Übersicht zu diesem wichtigen Projekt findet man auf der Webseite vom Bistum Aachen.

Mittwoch, 22. September 2010

Kunstausstellung "Im kleinen Garten"

Ich stecke (immer) noch im Umzug und bekomme langsam ein schlechtes Gewissen, weil mein Blog kein Futter mehr bekommt.

Hier in Eicken fühle ich mich langsam wohl. Nein, das Thema "Islamschule" kommt hier nicht vor; dafür ein kleiner Veranstaltungstipp eines kleinen Lädchens in der Nähe:

Marlies Theissen und Andrea Senger organisieren wieder eine kleine Kunstausstellung auf der Eickener Strasse 193 "im kleinen Garten". Beginn ist der kommende Samstag (25. September) ab 11 Uhr. Der Erlös aus Speisen und Getränken kommt dem Tierschutz zugute.

Montag, 19. Juli 2010

Draußen nur Kännchen

Es lohnt sich immer mit offenen Augen durch die Stadt zu laufen und die Handykamera "scharf" zu machen. Heute bin ich am Gelände des ehemaligen Wellenbades vorbeigekommen. Das Zentralbad ist bekanntlich 2001 abgebrannt und der unfreiwillig freigewordene Platz war bis vor kurzem einer der "Schandflecke"  Mönchengladbachs.

Nun wird hier die Bleichwiese entstehen. Ein gut gewählter Name, der an die Vorgeschichte erinnert. Denn hier floß der Gladbach und die umliegenden Wiesen wurden als Trocknungsflächen der dort ansässigen Bleichereien genutzt.

Die Bleichwiese ist ein temporäres Projekt, das eine Wasserfläche mit Gastronomie mit bis zu 200 Plätzen vorsieht. Es wird ein künstlicher See angelegt, der an seiner tiefsten Stelle maximal 1,50 m tief werden soll und weitläufig im seichtem Gewässer mit Kies und entsprechender Begrünung angelegt wird. Der gastronomische Bereich wird in zwei speziellen Seecontainern installiert, die natürlich durch spezielle Dämmung, einen optimalen Ausschank für die Gäste ermöglichen.
So kann man es im blog.41061.info lesen. Und eine Virtualisierung findet man dort auch:

Das erstaunt so manchen Gladbacher. Erstaunter war ich bei dem Baustellenschild:
Hier steht wirklich [draußen nur mit Kännchen]. Und ich frage mich nun wirklich, ob die Ironie gewollt oder ungewollt ist.

Freitag, 28. Mai 2010

Mönchengladbach - Rollende Ausstellung über Deportationen

Mönchengladbach - Rollende Ausstellung über Deportationen: "Der 'Zug der Erinnerung' soll im kommenden Jahr an Bahnhöfen in Mönchengladbach und Umgebung Halt machen. Die rollende Ausstellung zur Geschichte der Juden-Deportationen im Dritten Reich könnte, so der Plan von Regionaldekan Ulrich Clancett, zwischen Oster- und Sommerferien 2011 in der Region einfahren. Und er könnte dabei auch Ziele wie Korschenbroich und Jüchen ansteuern."

Donnerstag, 5. November 2009

Klagemauer

Hier eine Video-Dokumentation des Projektes Klagemauer. Hartmut Wellssow hat dieses Video für das Bündnis für Menschenwürde und Arbeit gemacht.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Aktionswoche zum bedingungslosen Grundeinkommen

Über Twitter kommt soeben der Hinweis, dass Attac Medien im Rahmen der Aktionswoche zum bedingungslosen Grundeinkommen in Mönchengladbach unterwegs war und ein entsprechendes Video ins Netz gestellt hat. Man kann über diese Forderung sicherlich geteilter Meinung sein - die Statements der befragten Parteien sind ohne Polemik und gehen sehr offen auf die Fragestellungen ein. Interessant ist der Kommentar des Moderators zum Schluss des Videos, der darauf hinweist, dass die FDP nicht zu einem Gespräch bereit war. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen!